„Im Herzen Wattenscheider“

Veröffentlicht am 09. September 2022

Interview mit dem Wattenscheider Stadtspiegel: 

Seit knapp einem Jahr gehört Max Lucks dem Deutschen Bundestag an. Geboren in Ückendorf, in Wattenscheid aufs Märkische Gymnasium gegangen und heute regelmäßig zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet unterwegs. Im Interview mit dem Stadtspiegel stand er Rede und Antwort.

Nach einem knappen Jahr im Deutschen Bundestag, wie fällt deine persönliche Bilanz aus?

Natürlich etwas ernüchternd. Wir haben als „Ampel“ die Arbeit mit großen Plänen aufgenommen, und jetzt sind wir vor allem mit den Folgen des fürchterlichen Krieges gegen die Ukraine konfrontiert, der auch unsere Friedensordnung bedroht. Es erfordert viel Kraft, dabei ein Auge drauf zu haben, dass bestimmte Themen nicht untergehen. Als heimische Abgeordnete schlagen wir uns ganz gut im Einsatz für die Interessen unserer Stadt, finde ich. Erst kürzlich haben wir fraktionsübergreifend acht Millionen Euro vom Bund für das neue Haus des Wissens rausgeholt.

Mit 25 Jahren gehörst du zu den ganz jungen Abgeordneten. Ist Jugend ein Privileg oder eher eine Belastung in deinem politischen Alltag?

Beides. Durch mein Alter habe ich viel Energie, aber es nervt natürlich, am Eingang des Bundestages oft für einen Praktikanten gehalten zu werden. Alter alleine ist für mich aber kein Kriterium – in Wattenscheid leben beispielsweise viele Kinder in Armut und viele Rentnerinnen und Rentner in Armut. Wir sollten zusammen gegen Ungerechtigkeit kämpfen, nicht Generationenkonflikte heraufbeschwören.

Was sind deine Hauptarbeitsgebiete in der Grünen Fraktion?

Ich bin Menschenrechtspolitiker meiner Fraktion, als Obmann im Ausschuss für Menschenrechte und Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, indem ich wahrscheinlich das jüngste Mitglied jemals bin. Menschenrechtspolitiker zu sein, heißt für mich, nicht jedermanns Liebling zu sein, sondern den Finger in die Wunde zu legen, wenn auch wir in Deutschland oder unsere Bündnispartner Menschenrechte nicht einhalten. Als Vorsitzender der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe bin ich außerdem für die parlamentarische Diplomatie gegenüber der Türkei verantwortlich, hier habe ich im Juli auch die Außenministerin auf ihrer Türkei-Reise begleitet.

Du hast gerade in der Freiheitstraße ein neues Büro eröffnet. Was hat dich zu diesem Schritt bewogen?

Präsenz zu zeigen. Gerade aus einer Stadt wie Wattenscheid darf sich Politik nicht zurückziehen. Sie muss da sein, zuhören, die Probleme ernst nehmen und daraus politische Antworten ableiten.

Du hast dich ausdrücklich zu Wattenscheid bekannt. Was bedeutet die alte Hellwegstadt für dich?

Wattenscheid bedeutet für mich die Märkische Schule, auf der ich Abitur gemacht habe, das Wellenfreibad in der Südfeldmark, indem ich gefühlt die Hälfte meiner Jugend verbracht habe, und natürlich Karneval. Auch wenn ich inzwischen in Bochum und Berlin wohne, bleibe ich im Herzen Wattenscheider, besonders wenn’s um Fußball geht. Ein Großteil meiner Freunde und Familie leben hier und es macht mich glücklich, meine Nichten in unserer Stadt aufwachsen zu sehen. Wattenscheid ist viel wärmer, viel herzlicher als es auf den ersten Blick scheint.

Was kann ein Politiker aus Berlin für Wattenscheid tun? Gibt es einen regelmäßigen Austausch mit den Lokalpolitikern hier vor Ort?

Klar steht man immer im Kontakt mit Lokalpolitikern. Vor allem geht es mir aber darum, die Probleme der Wattenscheider mitzubekommen und die Strukturen dahinter zu ändern. Ein Beispiel: Völlig zu Recht fragen sich Leute, warum sie über Jahrzehnte den Solidaritätszuschlag für den Osten bezahlt haben, während die Infrastruktur bei uns kaputtgespart wurde. Mit der „Ampel“ werden wir endlich die Regionalpolitik nach Himmelsrichtungen beenden und für alle strukturschwachen Regionen etwas tun!

Wenn du drei Wünsche für Wattenscheid frei hättest, was würde oben auf der Prioritätenliste stehen?

Armut bekämpfen, die Innenstadt lebenswerter machen und eine bessere Verkehrsanbindung mit höherem Takt der 302, neuen Radwegen und einem schöneren Bahnhof!

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